Montag, 12. November 2018

 Mt. Ruhapehu, Mt. Ngauruhe, Mt. Tongariro, Tongariro Nationalpark, 7.11.2018

Taranaki Falls, Tongariro Nationalpark, 7.11.2018
Huka Falls, Nähe Taupo, 5.11.2018

Lake Taupo, Maori Carvings, 6.11.2018

 Tamaki Maori Village (bei Rotorua), 4.11.2018

Wai-o-tapu Thermal Wonderland, 5.11.2018

Samstag, 10. November 2018

Mittwoch, 18. Mai 2011

Frauenfußball auf kretisch

Lange Sandstrände, venezianische Fischerhäfen, weiße Häuser vor strahlend blauem Himmel - ist es nicht das, was man mit Kreta und den anderen griechischen Inseln verbindet? Dass die Insel vor allem historisch weit mehr zu bieten hat als ein paar alte römische Steine dürfte auch noch dem einen oder anderen bekannt sein. ABER FUßBALL? Und dann auch noch Frauen??

In der Hauptstadt Iraklio (Heraklion) hat sich vor ein paar Monaten eine bunte Truppe aus (griechischen und ausländischen) Studentinnen zusammen gefunden, um gemeinsam einem Sport zu frönen, der selbst im Fußballland Deutschland noch bis vor wenigen Jahren eine Männerdomäne war. (Und ist es nicht so, dass der Frauenfußball bei uns immer noch eher belächelt als wirklich als Sport akzeptiert wird? Warum sonst reißen wir uns dieses Jahr alle möglichen Beine aus, um mit der WM im eigenen Land der Männerwelt endlich das Gegenteil zu beweisen?)
Einmal pro Woche treffen sich die Mädels, um zu trainieren und zu kicken. Im Vordergrund steht der Spaß, nicht das Können, jeder darf mitmachen. Einen Trainer gibt es (noch) nicht, aber man erklärt und hilft sich gegenseitig. Nach dem Aufwärmen wird gespielt, vier gegen fünf heute. Hinter dem Zaun hat sich eine Reihe neugieriger (männlicher ;-P) Zuschauer versammelt. Kommentare geben sie aber keine ab. (Oder vielleicht doch? War ich nur zu konzentriert, um welche zu hören? Oder waren sie auf griechisch, sodass ich eh nichts verstanden hätte?).

Ich erinnere mich an mein letztes Spiel im dänischen Äquivalent der Kreis-/Bezirksklasse im Frühsommer 2003. 22 Mädchen irgendwo in der jütländischen Pampa. Damals wurde ich nach dem - wieder mal - verlorenen Spiel zur kämpferischsten Spielerin gewählt. Dass wir verloren hatten, störte niemanden so wirklich (auch wenn mehrere 10:0 Endstände hintereinander doch leicht frustrierend sein können :-P). Wir hatten eine tolle Saison mit einer tollen Mannschaft und das war alles, was für uns gezählt hat. In Dänemark hat Fußball nicht den gleichen Stellenwert wie in Deutschland, aber dass jeder noch so kleine Fußballclub auch Mädchen und Frauen trainiert, war dort vor 8 Jahren schon mehr als selbstverständlich.

Dass kretische Mädchen und Frauen sich für Fußball interessieren, scheint allerdings noch eine recht frische Entwicklung zu sein. Als meine Freundin erzählt, dass sie sich am Wochenende das Spiel der örtlichen Fußballmannschaft OFI im Stadion angeschaut hat, wird sie mit großen Augen angestarrt. Im Stadion?? Wirklich? Die Reaktion überrascht uns, gerade weil sie von Frauen kommt, die selbst neben uns auf dem Platz stehen und ziemlich genau zu wissen scheinen, was sie mit dem runden Leder vor ihren Füßen anzufangen haben. Als Frau geht man auf Kreta wohl nicht ins Stadion...Hier muss anscheinend noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden!

Kretischer Frauenfußball braucht aber keine Pyro, wie sie bei OFI jede Woche zu bewundern ist. Kretischer Frauenfußball braucht auch kein Stadion, um zu existieren. Er braucht nur eine einzige Regel: Schnapp dir den Ball und mach was Geiles. Und vor allem: Hab Spaß dabei!

Am Ende des Tages bin ich wieder mal geschafft. Doch mir bleiben nicht nur ein paar blaue Flecken, sondern das Glück, überall auf der Welt Gleichgesinnte zu finden und das Gefühl einer ganz besonderen Art der Lebensfreude.
Fußball verbindet. Fußball befreit. Fußball ist mehr als nur Sport. Das ist in Deutschland so, in Dänemark und auf Kreta sowieso.